Februar

Der Februar hat bei vielen Menschen einen schweren Stand. Sie sind des Winters überdrüssig, und der Frühling lässt auf sich warten. So denken zumindest die Ungeduldigen, und ich kann sie verstehen. Die Geduldigen dagegen haben einen anderen Blick auf diesen Monat. Sie können warten, und im Warten gehen ihnen vielleicht die Augen auf und sie sehen etwas, das die Ungeduldigen übersehen. Dass sich der Frühling schon regt, und durch das Eis die ersten Boten schickt. Sie sehen die zarten Schneeglöckchen, die im deutschen Sprachgebrauch auch Frühlingsglöckchen oder Hübsches Februar-Mädchen heißen. Gerne möchte ich ein Geduldiger sein, denn der Wartende nutzt die geschenkte Zeit besser. Wie die Pflanze unter dem Schnee tankt er Kraft für die kommende Zeit. Wie er das macht? Indem er das Vergangene noch einmal lebendig werden lässt, die Feier von Weihnachten und dem Jahreswechsel, von Epiphanias und Taufe des Herrn. Der Ungeduldige hat für den Blick zurück selten Zeit, da seine Aufmerksamkeit sehnsüchtig nach vorne gerichtet ist.

Die Schneeglöckchen haben noch einen weiteren Namen. In manchen Regionen heißen sie auch Lichtmess-Glöckchen und verweisen damit auf das Fest „Darstellung des Herrn“ am 2. Februar. Auch an diesem Tag erstrahlt noch einmal weihnachtliches Licht – uns zu erleuchten für die kommende Passionszeit.—aus image, 02.2017

 


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