Genderseite

Ob für Mann oder Frau, für uns alle gilt: das Leben besteht aus Nehmen und Geben. Und wenn wir diese beiden Komponenten in Gleichklang bringen, dann fühlt sich unser Leben gut an.   Unsere Pfarre kann   nur existieren, weil viele geben und natürlich auch nehmen. Am Ende dieses Arbeitsjahres möchte ich an all die Menschen denken, die in unserer Pfarre geben, damit andere nehmen können.

Gehen sie mit mir durch das Jahr und denken sie an all die bekannten und unbekannten Menschen, die sich in unserer Pfarre engagieren.   Fangen wir bei unseren Veranstaltungen an, denn beim Feiern sind wir in Leopoldau ja angeblich Kaiser. Da müssen Waren bestellt werden, es muss eingekauft werden, der Pfarrhof geputzt, das Gras gemäht werden, Tische erneuert oder restauriert werden, eventuell Schanktische gebastelt werden, alter Mist weggeführt werden, der Strom überprüft werden, Menschen für diverse Aufgaben angesprochen werden und sich manchmal Absagen holen, also wieder von Neuem suchen. An die Sicherheit und die ärztliche Versorgung muss gedacht werden. Bei Großfesten werden Bänke und Tische mit Traktor und Wägen geholt und wieder fortgeführt, Plakate werden gedruckt und aufgehängt oder es wird deren Platzierung organisiert. Preislisten gedruckt. Stände und Schänken hergerichtet und wieder weggeräumt, Waagen werden zum Eichen gebracht, beim Flohmarkt wird fast das ganze Jahr gesammelt und geordnet. Danach wird vieles weggebracht, anderes gut aufbewahrt. Das ganze Jahr über   wird im Kleinen renoviert, meist kaum beachtet, aber unermüdlich. Auch Bäume und Pflanzen werden immer wieder gesetzt und gepflegt. Jedes Fest braucht gutes Essen, Selbstgemachtes   ist besonders beliebt, daher werden Aufstriche gerührt, Schmalz ausgelassen, Marmeladen eingekocht, Torten und Kekse gebacken, was das Zeug hält und dann steht man beim Fest in der Schank oder kocht im Hintergrund oder spielt Heinzelmännchen für alle Fälle oder RetterIn in höchster Not.

Unsere Pfarrgruppen haben alle Leitungen, die sich überlegen müssen, was in der nächsten Gruppenstunde geschieht, ob das nun Jungschar, Ministranten, Jugend, Familienrunde oder Seniorenklub  etc. ist. Firmung und Erstkommunionsvorbereitung ist besonders arbeitsintensiv, aber ob du nun singst, spielst oder redest, aus dem Stehgreif geht es meistens nicht. Und was so ein Jungscharlager an Planung und Arbeit erfordert, von den Leitern bis zur Köchin?  Und denken sie an die Verwaltung eines solchen und dann der Job mit den Fotos, der Lagerabend etc. Jede Messe wird vorbereitet, die Musik muss ausgesucht werden, Lieder müssen geprobt werden.   LektorInnen und MinistrantInnen machen ihren Dienst, die Kollekte wird abgesammelt.    Wir wollen  die Kirche aufgeräumt und sauber und mit schönem Blumenschmuck.  Nach Kerzenfesten soll das Wachs vom Teppich. Bei Umzügen werden Dächer, Fenster und Altäre geschmückt. Im Garten neben der Kirche sind wir jetzt schon 2x vom neuen Pfarrgemeinderat mit einer Agape verwöhnt worden. Seine Mitglieder gehen zu Sitzungen, beschließen Dinge und sehr oft bleibt die Arbeit dann ihnen. Jeden Tag muss die Kirche aufgesperrt und am Abend wieder zugesperrt werden. Bei Begräbnissen ohne Priester muss auch jemand von der Pfarre da sein, der aufsperrt und sich auskennt. Bei kirchlichen Begräbnissen ist es schön, wenn sich eine Kreuzträgerin findet. Renovierungen in Kirche und Pfarrhof müssen geplant und mit der Diözese abgesprochen werden und  trotz bürokratischer Hindernisse zur Ausführung gebracht werden. Edle Spender und Spenderinnen haben das ihre dazu beigetragen, dass wir sie bezahlen können. Die Pfarrcaritas betreut Menschen in schwierigen Situationen und die Wärmestube im Winter, in ihrem Umkreis helfen ebenfalls viele. Alles läuft schließlich in der  Pfarrkanzlei zusammen, wo meist viel mehr getan als bezahlt wird.

Ich könnte jetzt noch seitenweise weiterscheiben und dabei wird meine  Dankbarkeit Ihnen gegenüber immer größer, es wird wirklich viel gegeben und wenn es ein freundliches Willkommenswort ist oder ein Trost, ein Gebet für jemanden oder eine  Beruhigung, wenn es manchen zu viel wird.   Und wenn Sie sich jetzt wirklich nur auf der Nehmenseite gefunden haben, dann dürfen Sie das gerne ändern, Hände gibt es in einer lebendigen Pfarre nie genug . Und wie schreibt das Buch Kohelet:  Es gibt eine Zeit zum Nehmen und eine Zeit zum Geben, eine Zeit zum Arbeiten und eine  Zeit zum Ausruhen und daher wünsche ich Ihnen jetzt eine schöne Ferienzeit.  – Elisabeth „Sissi“ Eichinger

 


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Gestaltung/Layout: Mag. Hector Pascua, Pfarre Leopoldau, Leopoldauer Platz 12, 1210 Wien