Die Sommermonate

Die Sommermonate sind eine weitgehend festlose Zeit und bieten somit die Möglichkeit den biblischen Reichtum in den alt- und neutestamentlichen Lesungen sowie den Evangelien der Sonntagsgottesdienste neu wahrzunehmen und über den Gottesdienst hinaus zu vertiefen. Und zugleich den „kleineren“ Festen wieder einmal mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Da ist gleich am 2. Juli das Fest der Heimsuchung Mariens. Es hat seinen biblischen Grund in dem Besuch der schwangeren Maria bei der schwangeren Elisabeth. Dabei stimmt Maria eins der schönsten Lieder des Neuen Testaments an, das Magnifikat, ihr Loblied auf Gott und sein Wirken in ihrem Leben und in der Welt. Das Fest, das ursprünglich aus dem Orient stammte, wurde von dem heiligen Bonaventura 1263 für den Franziskanerorden am 2. Juli (dem Oktavtag der Geburt Johannes des Täufers) eingeführt und 1568 für die ganze katholische Kirche übernommen. Seit 1969 wird es im römischen Kalender am 31. Mai gefeiert, im deutschen Sprachraum blieb es beim 2. Juli. Am 6. August folgt das Fest der Verklärung des Herrn, es erinnert an die Verwandlung Jesu auf einem hohen Berg, wie es das Matthäusevangelium schildert (Matthäus 17,1-13). In der katholischen Kirche wird das aus dem 4. Jahrhundert stammende Fest erstmals um 850 erwähnt; Papst Callistus III. ordnete es 1456 für die ganze Kirche als Fest an zur Erinnerung an den an diesem Tag errungenen Sieg über die Türken bei Belgrad. Noch heute feiert der Papst an diesem Tag die Eucharistie zum ersten Mal mit neuem Wein und segnet die Trauben.

Das größte Fest der Sommermonate ist am 15. August das Fest der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel. Auch wenn Papst Pius XII. erst 1950 das Dogma von der „ganzmenschlichen Aufnahme Mariens in den Himmel“ verkündete, ist der Glaubensgegenstand viel älter und das Fest schon im 6. Jahrhundert bezeugt. An „Mariä Himmelfahrt“, der in Teilen des Saarlandes und Bayerns, in Österreich und Liechtenstein sowie in anderen katholischen Ländern arbeitsfreier Feiertag ist, werden in vielen Gemeinden sieben Kräuter (analog zu den sieben Sakramenten bzw. den sieben Schmerzen Mariens) geweiht.

 


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